Hier können Sie sich den Newsletter herunterladen.
PharmaFORUM GMP-/GDP-Webcast, „Effizientes Lieferantenmanagement“
Am 11. Dezember 2025 referierte Frau Dr. Stephanie Blum, General Manager bei cirQum in Frankfurt im Rahmen der GMP/GDP-Webcastserie des Forum Instituts für Management zum Thema „Effizientes Lieferantenmanagement“. Der Vortrag richtete sich vor allem an pharmazeutische Unternehmer, die die volle Bandbreite der GDP gewährleisten müssen und weniger an reine Großhändler, bei denen die Anforderungen etwas reduziert sind.
Zunächst ging Frau Dr. Blum auf die regulatorische Basis des Lieferantenmanagements (Dienstleister, Warenlieferant) ein und die Basics einer effizienten Qualifizierung. Die Komplexität der Qualifizierung hängt dabei von der Art der Lieferanten ab: Diese werden hierzu sinnvollerweise in Risikokategorien (welche Regularien gelten für diesen Lieferanten?) und Risikoklassen 1-3 (Qualifizierungsmaßnahmen: Welche Erlaubnisse oder Zertifikate sind zwingend erforderlich, welche sind zu empfehlen? Ist ein Audit notwendig oder nicht? Welche Vertragsart ist erforderlich?). Durch ein Matching beider Komponenten kommt man zu einer sinnvollen Einstufung der Lieferanten und risikobasiert angepassten Qualifizierungsmaßnahmen.
Außerdem sprach Frau Dr. Blum das Thema „Wirk- und Hilfsstofflieferanten“ gesondert an und erläuterte, welche zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um Analysenergebnisse vom Lieferanten übernehmen zu dürfen.
Bei der Identifizierung und Vorauswahl potentieller Lieferanten formulierte Frau Dr. Blum mögliche Kriterien: Z. B. Fachliche Eignung, z. B. Expertise, Kapazität, Produktionsstandorte, regulatorische Eignung, finanzielle Eignung, kooperative Eignung und empfahl hier eine jeweilige Einteilung in drei Bewertungen A,B,C. Wichtig ist, erst die Vorauswahl sauber durchzuführen und erst dann mit der Qualifizierung zu beginnen.
Ein weiterer Themenpunkt war die periodische Bewertung von Lieferanten. Diese wird bei vielen Firmen über hochkomplexen Matrices abgebildet, deren Anwendung kompliziert und sehr zeitaufwendig sind. Frau Dr. Blum zeigte hier, wie effizientes Verschlanken machbar ist. Hier ist z.B. initial ein unterjähriger Compliance-Check durch eine monatliche Prüfung der Eudra-GMPD-Datenbank sinnvoll. Darauf aufbauend erfolgt die periodische Bewertung in fünf einfachen Schritten.
Zum Ende ging Frau Dr. Blum auf Herabstufung und Disqualizierung von Lieferanten ein – mögliche Trigger sind hier z. B. ein erfolgloser Abschluss der Basisqualifizierung, ein akuter Vorfall oder auch eine irreparabel gestörte Zusammenarbeit.
Davon abzugrenzen ist die Inaktivierung, die eine temporäre Aussetzung der Zusammenarbeit darstellt, z. B. weil eine Material oder eine Dienstleistung vorübergehend nicht benötigt wird. Mit einer Inaktivierung des Lieferanten können ansonsten erforderliche Requalifizierungsmaßnahmen ausgesetzt werden bis zur Reaktivierung. Die Folgequalifizierung basiert dann auf der initialen Qualifizierung. Noch gültige Unterlagen/Maßnahmen müssen nicht neu beschafft/durchgeführt werden.
Insgesamt zeigte die Veranstaltung mit einem umfassenden Überblick zum Lieferantenmanagement wie mit klarer Struktur und einfachen, effizienten Maßnahmen die Qualifizierung von Lieferanten über den gesamten Lieferanten-Lebenszyklus jederzeit gewährleistet ist.
Autorin
Dr. C. Michaela Gottwald
Konferenzmanagerin Logistik/GDP
m.gottwald@forum-institut.de